Mittwoch, 28. Februar 2018

Frühling in Deutschland?

Auch jede noch so lange Reise geht irgendwann mal zu Ende.
Ein treuer Blog-Leser hat zu Beginn meines Blogs folgende Worte von Michel de Montaigne zitiert:“ Die meisten reisen nur, um wieder heimzukommen."

Da ist etwas Wahres dran. Auf einer Reise bekommt man viele neue Eindrücke, man macht neue Erfahrungen, knüpft Kontakte, und man kommt nachhause mit neuer Energie, mit neuer Schaffenskraft.

Aber gerade, wenn man alleine reist,  fehlen einem die Freunde, die Familie, die vertrauten Menschen, die man gerne um sich hat...
Um mit Theodor Fontane zu sagen: "Erst die Fremde lehrt uns, was wir an der Heimat haben".

Liebe Blog-Leserinnen und - Leser,

ich möchte mich bei Euch bedanken, bei allen,  die ein kleines oder sogar ein großes Stückchen mit mir mitgereist sind und mir das über Kommentare per Mail, in Facebook, über WhatsApp oder auch über den Blog selbst mitgeteilt haben. Aber auch ein herzliches Dankeschön an die stille Leserschaft. Ich weiß, dass ihr da wart.

Die letzten 3 Tage habe ich in Christchurch verbracht. Ich bin immer wieder sehr geschockt darüber, wie sehr die Stadt zerstört worden ist. Ich bin diesmal wieder an neuen Stellen vorbei gekommen und habe den Eindruck, die Zerstörung der  Stadt ist immens und auch, dass Christchurch sehr darunter leidet.


Die Menge an neu entstandenen "Carparks" ist riesengroß. Wenn man es nicht weiß, sieht man nur viele geschotterte Flächen, Parkplätze für Autos. Aber überall haben vorher Häuser gestanden. Die Stadt wird geprägt von Bauzäunen, gesperrten Straßen, Umleitungen, Betreten-verboten-Schildern, Baustellen und, viele Bauarbeiter und Baulärm. Eine zusammenhängende Innenstadt gibt es nicht mehr. Es ist alles nur noch fragmentös vorhanden.


Nostalgie - die historische Tram in Christchurch 


Nur im Botanischen Garten, den ich zu guter letzt nochmal besucht habe, herrscht Stille und Frieden. Hier ist die Welt in Ordnung, so als ob hier nie die Erde gebebt hätte.

Zum Schluss noch ein paar Eindrücke aus Neuseelands Vogelwelt. Die Bilder sind sowohl in Timaru am Pazifik als auch im Botanischen Garten in Christchurch entstanden.


Fantail


Paradise Shelduck

Seeschwalben

Kormoran

Südinsel - Austernfischer

Neuseeländischer Austernfischer

Gleich geht es zum Flughafen...... 

Mit einem Sicherheitsvideo von Air NewZealand möchte ich den Blog schließen. 
Bis bald in Deutschland!

https://youtu.be/cBlRbrB_Gnc

Dienstag, 27. Februar 2018

Besuch in Edoras

Was ich schon nicht mehr als realistisch geglaubt, ist heute wahr geworden.
An meinem letzten Tag in Neuseeland war ich in Edoras im Königreich Rohan.


Unser Vehikel.... 

Wer Herr-der-Ringe-Fan ist, weiß, was ich meine. In Neuseeland heißt der Berg auch Mt.  Sunday, deswegen, weil die einheimischen Farmer am Sonntag mit ihren Pferden ausreiten und sich dort oben zum Austausch treffen.

Für Nicht-Herr-der-Ringe-Fans sei es ein bisschen detaillierter erklärt :

Edoras ist die Hauptstadt von Rohan, die Heimat der Rohirrrim, der Pferdeherren. Edoras liegt auf einem grünen Hügel vor bombastischen Kulisse und hoch oben thront die weithin sichtbare goldene Halle (wurde komplett wieder abgebaut) , der Regierungssitz der Könige von Rohan. Zur Zeit des Ringkrieges herrschte König Theoden.

Im Ringkrieg kämpften die Heerführer  Theodred, Erkenbrand, Eomer und zum Schluss auch seine Schwester Eowyn. Die Stadt Edoras musste aufgegeben werden und dann kam es zu der verheerenden Schlacht um Helms Klamm "Helms Deep", die sich ganz in der Nähe von Edoras befindet.
Die lange aussichtslose Schlacht wurde durch das Eingreifen von Lothlorien und Gandalf gewonnen.


Edoras






 Blick von oben auf die Ebene um Edoras


Die Fahne von Rohan


"Stich" - Bilbos/Frodos Kurzschwert


Drehort Helms Klamm

Sonntag, 25. Februar 2018

Timaru - Strandimpressionen

Heute am Sonntag ist ausnahmsweise mal Leben in Timaru.
Viele Familien verbringen hier den Tag mit Freizeitaktivitäten. Es gibt in Strandnähe einen kleinen Freizeitpark mit vielen Angeboten überwiegend für Kinder.

Da es heute etwas bewölkt und kühler ist, halte ich es lange am Strand aus, lese und
laufe am und im Meer entlang. Ich genieße den Pazifik. Nach Baden ist mit heute trotzdem nicht zumute.
Der Leuchtturm von Timaru erinnert mich ein wenig an den Dornbusch in Hiddensee.


Hier einige Strandimpressionen:











Samstag, 24. Februar 2018

In der Provinz gelandet....

Der zweite Eindruck von Timaru ist nicht mehr ganz so positiv.

Wenn man ohne fahrbaren Untersatz reist, wird es hier schwer Lebensmitteln einzukaufen. Bin heute Morgen lange aus der Stadt herausgelaufen, um im einzigen fußläufig zu erreichenden Supermarkt Besorgungen zu machen. Hier habe ich das Notdürfstigste eingekauft.

Die Dame im Visitor Centre konnte mir keine Ausflüge anbieten, zwei Scenic Cycle Trails waren alles, was sie bieten konnte. Aber dazu braucht man ein Fahrrad. Das Fahrradgeschäft hat vor 3 Jahren den Verleih eingestellt, hat sich nicht gelohnt. Überall sind Häuser zu verkaufen.


Hier gibt es wenig außer Ozean, wobei der Strand nicht unbedingt ganz so einladend ist. Tote Wasservögel liegen hier und  da. Heute Morgen habe ich zufällig ein Warnschild gesehen, das vor dem "Blue Jellyfish", auf deutsch Nesselqualle, warnt. Das Tier löst bei Menschen toxische Reaktionen aus.
Das brauche ich jetzt auch nicht.



Heute habe ich beschlossen, eine Nacht früher nach Christchurch zu reisen und habe auch bereits Busreise und Unterkunft umgebucht. Die letzte Übernachtung in Timaru muss ich ans Bein streichen.

Biss dahin genieße ich die Spaziergänge am Ozean.




Freitag, 23. Februar 2018

Abschied vom Fiordland



Nun heißt es Abschied nehmen vom Fiordland.

Um 8.00 Uhr morgens besteigen ich in Te Anau den Bus, der mich nach Timaru an der Pazifikküste bringt, quasi die zweitletzte Etappe vor dem Nachhauseflug.
Die Busfahrt dauert bis 16.30 Uhr heute Nachmittag, ich muss mich also gedulden.

Ich schaue gedankenverloren aus dem Busfenster und tauche in die Landschaft von Mittelerde ein. Ich denke an Tolkiens Meisterwerk.

Und frage mich, was ich eigentlich an seiner Trilogie "Herr der Ringe" so mag.

Viele Leute sprechen mich an und sagen, dass das ja eine furchtbar brutale Geschichte ist, nur Mord und Totschlag, und können nicht verstehen, was ich daran denn gut finde.

Und sie haben recht. Durch die Verfilmung der Geschichte  ist die Brutalität  insbesondere im 2. Teil in den Vordergrund gehoben worden.

Die Brutalität, das Gemetzel, die Kriege, die Bedrohung aus dem Osten, aus Mordor - das ist nur eine Geschichte.

Für mich stehen andere Attribute im Vordergrund.

Eigentlich sind es sehr viele Geschichten.

Da ist die Geschichte der Hobbits, von Bilbo und seiner Wanderfreudigkeit und letztendlich dem Ringfund, die Geschichte von Smeagol "Gollum",  die Geschichte der Zwerge im Bergwerk,  die Geschichte der Elben und der Zauberer,  die Geschichte des Menschengeschlechts, die Geschichte von Machtmissbrauch, Geschichten von Freundschaft, von unsterblicher Liebe, von Schicksal und Bestimmung.

Für mich am bedeutensden ist die Geschichte von Aragorn, der als Waldläufer, als "Streicher", als finsterer Geselle im Buch eingeführt wird, in Wirklichkeit aber der Thronerbe vom Königreich Gondor ist.




Er muss sich versteckt halten, weil die Machtbesessenen ihm nach dem Leben trachten.

Nachdem die Bedrohung aus dem Osten größer wird, versucht er zusammen mit Gandalf, dem Zauberer, die Gefahr abzuwenden, obwohl sich bereits Hoffnungslosigkeit breit gemacht hat. Er führt die Ringgemeinschaft an, nachdem Gandalf in den Abgrund gestürzt ist. Aber auch er kann den Ringträger nicht bis zum Ende beschützen. Es geht um Vertrauen, Freundschaft, Treue, Wagemut, Beherztheit und letztendlich gibt es immer Hoffnung und es passiert das, was niemand mehr gewagt hat zu hoffen: Das Blatt wendet sich zum Guten.

J. R. R. Tolkien prägte den Begriff →Eukatastrophe

Schlussendlich wird Aragorn in Minas Tirith zum König von Gondor gekrönt, an seiner Seite Arwen, seine lang entbehrte, unsterbliche Liebe aus dem Elbengeschlecht, die seinetwegen ihre Unsterblichkeit aufgibt.
Und ein neues Zeitalter bricht heran.

Das ist für mich d i e Geschichte.

Dazu kommt die Landschaft, die Regisseur Peter Jackson für die Verfilmung ausgewählt hat mich dadurch in eine Welt mitgenommen hat, die für mich ihresgleichen sucht.

Diese in den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts entstandene Geschichte hat für mich auch heute noch nichts an Leuchtkraft verloren. Im Gegenteil: durch die mittlerweile vielfältigen, neuen Bedrohungen, die wir erleben, erhält die Geschichte meines Erachtens eher noch mehr an Bedeutung.




Mittlerweile bin ich in Timaru angekommen und habe meine Lodge mit Meerblick bezogen. Timaru ist eine Hafenstadt mit 25.000 Einwohnern, die ich deshalb gewählt habe, weil sie nicht zu groß und nicht primär von Tourismus geprägt ist. Hier gibt es tatsächlich Einheimische. Und das erste Mal in Neuseeland erlebe ich, dass Unterkünfte frei sind.

Hier sind die ersten Eindrücke.















Donnerstag, 22. Februar 2018

Lake2Lake Trail - per Rad nach Manapouri

Für heute ist wieder besseres Wetter gemeldet. Die Sonne soll scheinen, allerdings bei Temperaturen zwischen 8 und 16 Grad.
Als ich heute Morgen aus meinem Apartment schaue, gibt es einen Regenbogen über dem See. 



Die Temperaturen sind noch bescheiden. Gleich um 9 gehe ich zu "Wild Rides" und leihe mir ein Mountainbike aus. Leuchtend Orange, na dann.
Als ich aufbreche, sind die Temperaturen noch sehr bescheiden, lang und Jacke ist angesagt.



Heute ist der Lake2Lake Trail angesagt, ca. 28 km zunächst am Lake Tekapo entlang, dann am Waiau River. 
Hört sich erst einmal easy an, bloß, dass der Waiau in einer Schlucht liegt und der Trail bewegt sich auf und ab und schlängelt sich da, wo es die landschaftlichen Gegebenheiten zulassen. 
Überwiegend ist es ein reiner Wander-und Rad-Trail, teilweise läuft er auf unbefestigten (Gravel-)  Nebenstraßen, zum Teil aber auch auf dem Tekapo - Manapouri Highway, der allerdings nur sehr mäßig befahren ist.   

Hier einige Beispiele von der Wegbeschaffenheit, heute ist hin und wieder Schwindelfreiheit angesagt:












Landschafts-Impressionen


-Te Anau








-Waiau-River








-Te Anau - Manapouri Highway










Heute hüpft mir ein Fantail direkt vor die Linse

Einstieg in den Kepler Track - bei Te Anau


Der "Anduin" - hier rettet Arwen Frodo vor den schwarzen Reitern

Nach und nach muss ich meine Kleidung anpassen, Schweiß treibende Berge und lange Abfahrten machen die Kleidungswahl aber lange schwierig.
Aber die Temperatur steigert sich und bald fahre ich wie gewohnt in "kurz".


Rast in Manapouri

Ich genieße die berauschende Gebirgs-, Fluss-, und Seenlandschaft heute nochmal besonders und fahre die Strecke auch hin und zurück, da es keinen Rundweg gibt.

Note: unbedingt empfehlenswert!